Kochen für Mega-Vaultiere (mit viel Geld)

Kennt ihr Kochboxen? Vermutlich, oder? Inzwischen laufen die einem ja überall über den Weg. Die Leute haben immer weniger Zeit für alles. Weniger Zeit zum Einkaufen, weniger Zeit zum Kochen. Bequem ist das Motto. Und was ist bequemer, als sich ausgesuchte Rezepte mit den passenden Lebensmitteln direkt nach Hause liefern zu lassen? Ok, ein Koch wäre noch bequemer, aber so ein Highlevellife führen dann ja doch die wenigsten von uns, oder? 

 

So eine Kochbox ist natürlich auch interessant für Menschen, die in der Küche eher überfordert sind. Kochanfänger können hier relativ gefahrlos tolle Gerichte kochen, da im Grunde alles schon vorgefertigt geliefert wird und die Rezepte in der Regel gut ausgearbeitet sind. 

 

Meine ersten Erfahrungen mit  Kochboxen habe ich mit Hello-Fresh gemacht. Die liefern u.a. vegetarische Kochboxen. Die Rezepte sind verständlich, die Zutaten von guter Qualität. Was mich bei Hello-Fresh damals imens gestört hat, war, dass sie u.a. Parmesan und andere unvegetarische Käsesorten in die Boxen packen. Mehrfach habe ich damals mit dem Kundenservice gesprochen. Die letztliche Aussage war, dass die wenigsten Vegetarier darauf wirklich achten (aha?) und dass der Käse ja schließlich inzwischen mit D.O.P. gekennzeichnet wäre. 

 

Wisst ihr, was D.O.P. bedeutet? Scheinbar ist das nämlich gängiges Allgemeinwissen, so wie Hello-Fresh mir das damals verkauft hat. D.O.P. kennzeichnet Käse, der auf traditionelle Art produziert wird. Traditionell heißt grundsätzlich mit Kälberlab. Also ist D.O.P. Käse unvegetarisch. Auf meine daraufhin nochmals gestellte Frage, warum denn dann unvegetarischer Käse in einer als vegetarisch deklarierten Box zu finden wäre, die ein vegetarischer Kunde bezahlt, dem das nicht egal ist, erhielt ich wiederum die Antwort, das würde die meisten Veggies halt nicht interessieren und ich könnte ihn ja weglassen. Ah ja. 

 

Nun denn, die Vegetarier-Zeit habe ich ja nun schon etwas länger hinter mir. Inzwischen erobern auch vegane Kochboxen den Markt. Von den www.veganauten.com haben wir uns jetzt eine Probebox bestellt. Die kostet regulär 49,95 € (wir hatten einen Gutschein über 10,-€) . Das ist schon ein ganz schöner Batzen. Gut, die Box liefert Bio-Qualität, das ist schon etwas teurer. Seh' ich durchaus ein. Ich kaufe auch bevorzugt Bio und gebe dafür dementsprechend mehr aus. Das gelieferte Kochboxen natürlich auch etwas teurer sind, als wenn man die Zutaten im Laden kauft, geschenkt. Faulheit hat seinen Preis. 

 

Die Box kam gestern an. Wir haben sie direkt ausgepackt. Und direkt den Rucola entsorgen können. Der war nämlich blass-grün, zur Hälfte schon gelb verwelkt, absolut unappetitlich und nicht mehr genießbar. Toller Anfang. 

Beim groben Überschlagen der Preise - wie gesagt, ich kaufe regelmäßig im Bioladen ein, kenne die Marken und die Preise ziemlich gut - war ich erstaunt, wie teuer die Box ist. Denn der Wert war eindeutig nicht stimmig. Es wurden viele "Bio-Hausmarken" geliefert, die noch mal deutlich günstiger sind, als andere Bio-Marken. Ok, die Sachen von Reishunger sind etwas teurer, aber dennoch kam ich nicht auf den veranschlagten Preis, selbst wenn man Porto, Verpackung und meinetwegen Luxus oben drauf schlägt. 

 

Na ja, nun war sie da, nun wird damit gekocht. Den Rucola hat Axel dann aus dem Garten geholt bzw. die letzten grünen Blättchen aus der Schale geklaubt. Ich habe Axel das erste Rezept testen lassen, da er wenig und eher ungern kocht. Wir wollten ja wissen, ob auch Kochanfänger gut damit zurecht kommen. 

 

Axel hat sich also die beschriebenen Zutaten zusammen gesucht und angefangen. Schon nach 5 Minuten hörte ich ihn fragen "Welcher Knoblauch?". In der Zutatenliste taucht Knoblauch für das Rezept nicht auf. In der Anleitung zur Zubereitung ist er aber auf einmal aufgeführt. Mir sind solche Kleinigkeiten ziemlich egal, aber für jemanden ohne Kocherfahrung, der sich strikt an eine Anleitung hält, ist das sicher lästig. Denn in der Zeit, wo Axel dann schnell Knoblauch nachschälte und fein hackte, brutzelte ja schon was in der Pfanne. Für einen Anfänger Stress pur, glaube ich. Zumal ich von einer Kochbox erwarte, dass die Rezepte fehlerfrei sind, bitteschön.

 

Da Axel und ich beide keinen Mais mögen (und ich mir auch nicht ganz erklären kann, was ausgerechnet Mais in einer mediterranen Nudelpfanne zu suchen hat), haben wir diesen kurzerhand weggelassen. 

 

Geschmacklich fanden wir beide es absolut lecker, das muss ich schon sagen. Der gelieferte Räuchertofu ist definitiv nicht mein Favorit. Für Gerichte, in denen Tofu knusprig angebraten werden soll, bedarf es eines festeren Tofus. Ich hätte hier auf den von Taifun zurückgegriffen. Der Tofu von Denree wird eher bröslig. Ich persönlich mag diese Konsistenz weniger, aber das ist individuelle Geschmackssache. Die Würzung war gelungen, angenehm scharf und stimmig. Die Menge für 2 Personen war sehr großzügig bemessen, es sind eher 4 kleine Portionen, bzw. 3 gut gefüllte Teller. 

 

Uns erwarten noch 2 weitere Rezepte für heute und morgen, ich werde euch darüber berichten. Mein bisheriges Fazit ist leider, dass die Kochbox überteuert ist für die gelieferte Qualität. 

 

 


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